Erlebnisbericht PaulJunior Ranger Olympiade 25 Walderleben

Gerne schildere ich als Wintiranger meine Begleitung einer Gruppe unserer JuniorrangerInnen aus Winterthur.
Das Motto für die Juniorrangerinnen und Juniorranger ist, an sieben Posten Aspekte des Waldes erleben. Winterthur ist umgeben von Wäldern, 40 Prozent der Fläche Winterthurs besteht aus Wald.

Gruppe um Gruppe zieht mit wehender Fahne, verschiedenfarbigen Teamkleidern und leuchtenden Augen ein auf dem Olympiagelände, ein schöner Auftakt auf der Wiese im Güetli auf dem Wolfensberg. Die Sommersonne heizt aber die Bäume schenken Schatten.
Meine Gruppe setzt sich aus sechs Mädels und fünf Jungs zusammen. Wir lernen uns kennen und besprechen den Ablauf. Ich bestimme eine Schatzmeisterin welche die wertvollen Bohnen sammelt und eine zweite Juniorrangerin macht das Schlusslicht.
Schneidet ein Team bei einem Posten sehr gut ab, erhält es drei Bohnen, das zweite zwei, das dritte eine Bohne.
Die Gruppe mit den meisten Bohnen gewinnt die Olympiade.

Salome, unsere Rangerin, begrüsst alle herzlich, schildert die Bedeutung unserer Wälder, die Zusammenhänge mit dem Klima, wie die Menschen ihn seit jeher nutzen und wer die Bewohner des Waldes sind. Entsprechend sind Aufgaben mit ausgewählte Themen an den Posten zu lösen.
An allen Posten erklären Wintirangerteams die Aufgabe, beurteilen die Resultate und belohnen mit Bohnen.

Alles klar, los gehts!
Jeweils drei Gruppen treten gegeneinander an und suchen zusammen ihren ersten Posten.
Wir treten an gegen Greifensee und Lombachalp beim Holzsägen.
Nach alter Methode mit einer Zweimannsäge legen sich abwechselnd zwei JuniorrangerInnen ins Zeug.
Die Sägezähne fressen sich in den horizontalen Baumstamm. Es braucht Geschick miteinander, nur ziehen nicht stossen sonst klemmts. Alle geben ihr Bestes, die Gruppe mit der grössten Sägetiefe gewinnt.
Die kräftigen, grösseren Jungs von der Lombachalp entscheiden den Sieg für sich.
Immerhin zwei Bohnen für uns.

Beim zweiten Posten liegen verschiedene Materialien und Werkzeuge bereit um ein Feuer ohne Streichhölzer zu entfachen. Es gilt die richtigen Werkzeuge mit ihrer Technik und den idealen Brennmaterialien zu kombinieren um dann Rauch und Feuer zu machen. Funken schlagen mit den Feuersteinen gelingt, am einfachsten aber brennt die Zeitung mit dem Brennglas mit Hilfe der gebündelten Sonnenstrahlen, das funktioniert bei meinem Team sehr schnell.
Erfolg schafft Freude und Zuversicht, was kommt wohl als nächstes?

Früher hatte man die gefällten Holzstämme mit Pferden aus dem Wald gezogen. Heute erledigen das Erntemaschinen die Bäume durchsägen, entasten und transportieren in kurzer Zeit. Leider verdichten diese Maschinen den Waldboden.
Vereinzelt kommen aber wieder Pferde zum Einsatz.
Beim Posten Holzrücken liegen drei Stämme und jeweils ein aufgewickeltes Seil.
Mit einem geeigneten Knoten und vereinter Muskelkraft schleppen die Teams ihren Baumstamm nebeneinander durch die Wiese. In der Halbzeit wird zurückgezogen und das Seil wieder schön aufgewickelt.
Wer am weitesten gekommen ist gewinnt.
Du ahnst es, schon wieder Lombachalp.

Am Nachmittag demonstriert ein Waldarbeiter mit seinem Pferd das Holzrücken.
Natürlich gewinnen spontan gebildete Gruppen gegen die Pferdestärke.


Der vierte und letzte Posten vor der Mittagspause finden wir im Wald.
Wer wohnt denn in unseren Wäldern?
Da liegen verstreut Fotografien von Walttieren, Felle, verschiedene Reliefs mit Tierspuren und Abgüsse die in die Spuren passen. Welche Kombination ist nun die Richtige?
Die Felle mit ihren Farben, Haarlängen führen am schnellsten zur Bestimmung der Tiere.
Fuchs, Reh, Hirsch, Gämse, Wildschwein und Dachs erkennen alle, aber die Zuordnung der Spuren fällt schwer. Die beiden Postenbetreuer erklären uns dann die Zusammenhänge.
Wie die Gämse halt findet im Felst, wie der Dachs mit seinen Krallen gräbt, …
Unsere wohlverdiente Mittagspause winkt. Wir zaubern Essen und Getränke aus unseren Rucksäcken, die Glut in den Feuerstellen ist perfekt.

Alle Juniorrangergruppen haben Ansteckpins, die sie auf Leibchen, Hüten anstecken oder in Tauschboxen sammeln.
Ein ganz wichtiger Teil an der jährlich wiederkehrenden Olympiade besteht darin solche Pins von anderen Gruppen gegen die eigenen einzutauschen, da gibt es nur Gewinner, keine Verlierer.
Die Wintis erhalten von mir zu Beginn den neuen Salamander und ein weiterer Pin. Vor dem Postenlauf, über die Mittagspause und zum Schluss werden dann mit den anderen Juniorrangers die Pins getauscht. Sie kommen ins Gespräch und lernen sich kennen.

Am Nachmittag warten noch drei Posten auf uns.
Wir erfahren wie manche Tiere sich im Schutz von vernetzten Räumen durch den Wald bewegen um nicht zur Beute im offenen Feld zu werden.
Die Aufgabe besteht nun darin, dass die Gruppe sich mit drei Matten fortbewegt und dabei alle immer mit ihren Füssen oder Händen im Kontakt mit einer Matte sein müssen. Die hinterste Matte wird nach vorne gebracht, alle rücken nach und so weiter. Sieht aus wie eine lustvolle Akrobatiknummer. Die Strecke ist vorgegeben es geht auf Zeit.


Am nächsten Ort lernen wir viel über die Spechte. In der Schweiz kommen neun Spechtarten vor: Der Buntspecht, Mittelspecht, Kleinspecht, Weissrückenspecht, Dreizehenspecht, Schwarzspecht, Grünspecht, Grauspecht und der Wendehals.
Jede Gruppe erhält eine Bild eines Spechtes, wir setzen uns mit dem Grünspecht auseinander. Die Gruppen sind einige Meter rund um ein Zentrum entfernt, dort liegen Puzzleteile des Bildes und Texte die richtig zugeordnet werden sollen. Zum Beispiel: „Diese Spechtart wird auch als Erdspechte bezeichnet, weil sie ihre Nahrung, vor allem Ameisen, hauptsächlich am Boden sucht und nicht primär auf Bäumen“.
Nacheinander sprinten die JuniorrangerInnen zum Zentrum, lesen ein Puzzleteil oder Textteil aus und bringen es in die Gruppe zurück. Passt das Puzzle, ist die Beschreibung korrekt? Wurde falsch gewählt wird das Teil wieder ins Zentrum zurück gebracht. Die Wintis sind am schnellsten bei der richtigen Lösung. Hurra drei Bohnen.


Beim letzten Posten pfeifft uns der Eichelhäher einiges über seine Geheimnisse. Er versteckt Nüsse und Eicheln als Wintervorrat im Boden. Er trägt die Nüsse im Kropf und vergräbt sie einzeln oder in kleinen Gruppen an verschiedenen Stellen, oft in Baumspalten, Erdlöchern oder unter Laub. Diese Vorräte dienen ihm als Nahrungsquelle in der kalten Jahreszeit.
Er räubert aber auch die versteckten Nüsse der Eichhörnchen. Da aber Vogel und Nagetier gemeinsam viele Nüsse oder Eicheln liegen lassen oder nicht mehr finden, gelten beide Tiere als „Wald-Aufforster“.
Die JuniorrangerInnen bekommen nun Nüsse die sie im umliegenden Wald verstecken. Zurück im Kreis erfahren sie vieles über den „Waldpolizisten“ Eichelhäher und seine Gewohnheiten.
Nun beginnt die Suche nach den Nüssen. Zuerst muss man wieder eine versteckte Nuss finden, dann mehrere und dann darf geräubert werden in gegnerischen Verstecken.
Schon klar, die Gruppe mit den meisten Nüssen erhält drei Bohnen.

Die Bohnen sind ausgezählt, das Siegerteam heisst Lombachalp.
Salome übergibt den Wanderpokal und wir gratulieren.

Was für eine wunderbare Olympiade.
Alles ist gut gelaufen.
Der Wald und seine Bewohner haben unsere Herzen erobert.

Wir Wintiranger freuen uns sehr über den freudigen Nachwuchs und die befriedigende Abwechslung zur wöchentlichen Bekämpfung invasiver Neophyten.
Bei meiner Begleitung erlebte ich die Freude, Lebendigkeit und den Teamgeist der Jugendlichen.

Zum Schluss ein riesiges Kompliment und grossen Dank an Salome für ihre Konzeption und Organisation der Olympiade.

Paul Bürki, Wintiranger
24.6.2025

 

Erlebnisbericht Paul

Written by Salome Liserra-Spycher

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